Nahrungsergänzungsfuttermittel für Haustiere
 

News vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst LID.CH (Stand Januar 2018)

Weiterhin kein „Gras“ für Milchkühe

Nicht nur Luzerne und Mais, sondern auch Hanf ist bei Tieren als Futter sehr beliebt. Der Anbau von Hanf ist erlaubt, sofern er weniger als 0,3 Prozent der psychoaktiven Substanz THC enthält und von einer der Sorten aus dem EU-Katalog für Öl- und Faserpflanzen stammt. Bis 2005 konnte dieser sogenannte Industriehanf an Tiere verfüttert und im Stall eingestreut werden.

Den Tieren schien es zu gefallen, immer mehr Bauern machten deshalb von dieser Möglichkeit Gebrauch. Bis eines Tages in einer Westschweizer Lokalzeitung ein Inserat auftauchte, auf dem ein Junge mit einer Milchflasche abgebildet war. „Seit Papa den Kühen Hanf verfüttert“, stand da zu lesen, „schmeckt meine Milch noch besser.“ Dieses Inserat sorgte für Aufruhr. Der Bund sah sich gezwungen, etwas zu unternehmen. Wissenschaftliche Studien über den THC-Gehalt in der Milch hanffressender Kühe fehlten. Der Bund gab Agroscope den Auftrag abzuklären, ob und falls ja, wie berauschend Hanf die Milch machen kann.

Agroscope führte ein kleines Experiment durch, welches zeigte, dass die psychoaktive Substanz tatsächlich vom Futter in die Milch gelangen kann. Bei diesem (auch unter Fachleuten nicht ganz unumstrittenen) Experiment wurden einer Kuh Pillen mit 625 Milligramm synthetisch hergestelltem THC verabreicht. Danach konnte Daniel Guidon, der damalige Leiter des Bereichs Sicherheit und Qualität von Agroscope-Posieux, in ihrer Milch 0,03 Milligramm THC pro Liter nachweisen. Das ist zwar nicht berauschend viel. Es war für den Bund aber genug, um die Verfütterung von Hanf per 1. März 2005 zu verbieten. THC, so das BLW, habe in Milch nichts zu suchen und solle sich auch nicht im Fettgewebe von Schlachttieren wiederfinden. 

Am 1. Januar 2018 werden Hanf und Hanfprodukte als Futtermittel wieder erlaubt, nur nicht für Milchkühe. Dank Fortschritten in der Sortenzüchtung gibt es inzwischen Hanfsorten mit sehr geringem THC-Gehalt, aus denen, wie das BLW schreibt ,„zahlreiche gesundheitsfördernde Produkte gewonnen werden und die auch in der Tierproduktion gute Dienste leisten können.“ Und weiter: „Hanfsamen enthalten nämlich kein THC, und nur Pflanzenreste, die mit Saatgut vermischt werden, können zu Kontaminationen führen. Letztere gelten als vernachlässigbar, wenn nur die Sorten aus dem EU-Katalog verwendet werden, die einen Höchstgehalt von 0,2 Prozent THC aufweisen.“

Warum die Verfütterung von Hanf an „laktierende Tiere, deren Milch zum menschlichen Verzehr bestimmt ist“, trotz dieser Sachlage weiterhin verboten bleibt, ist unklar. Vorerst wird sich mit Hanf- oder „Gras-Milch“ weiterhin keine Nischenproduktion aufbauen lassen.


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